Gelöst oder Gequetscht
Das politische Live-Lösungsformat für die Bühne überführt festgefahrene Fronten in konstruktive Lösungsräume.
Nach dem erfolgreichen, ersten Live-Prototyping während unseres großen „Knytkalas“ mit unserem Zukunftsrat im Januar 2025, planen und bereiten wir aktuell die nächsten Pilot-Einsätze auf den Aula-Bühnen von Bildungseinrichtungen vor. Hier wird nicht einfach nur geredet – hier werden gemeinsam und konsequent konstruktive Lösungen erarbeitet.
Das Prinzip: Die Realität der Straße zieht auf die Bühne
Mit den drängendsten und unbeschönigten Themen direkt aus unseren laufenden Kiezgesprächen bringen wir Politiker:innen, Expert:innen und Bürger:innen auf die Theater- und Schulbühnen. Wir orientieren uns dabei am dänischen Vorbild „Gelöst oder Gequetscht“. Der durchschlagende Erfolg dieses TV-Formats beweist die Kraft der Methode: In acht von zehn Sendungen wurden konkrete Lösungen erarbeitet – einige davon fanden sogar ihren Weg direkt ins Parlament.
Mit diesem Ansatz brechen wir radikal mit den klassischen, ermüdenden Talkshow-Regeln. Schluss mit vorbereiteten Textbausteinen, politischem Phrasendreschen und dem bloßen Inszenieren von Konflikten.
Wie funktioniert das Format konkret?
Die Arena der echten Fragen: Auf der Bühne konfrontieren wir die Entscheidungsträger:innen und Betroffene mit den realen Sorgen, Fragen und Widersprüchen, die wir zuvor an der Basis in den Kiezen gesammelt haben.
Gequetscht (Der Raum- und Zeitdruck): Hier wird niemand rhetorisch vorgeführt, sondern im wahrsten Sinne des Wortes in die Pflicht genommen. Es geht weder um Schlagabtausch noch Phrasendrescherei, einzig die konstruktive Lösungsfindung ist gefragt. Die agile Bühnenkonstruktion zwingt dazu: Exakt 25 Minuten bleiben für die Lösung eines Problems, während sich die Wände rechts und links alle 5 Minuten den Protagonist:innen physisch nähern. Wer hier ausweicht, dem geht wörtlich der Raum aus. Dieser enorm wachsende Druck verdeutlicht extrem plastisch, wie drängend die Problematiken sind.
Gelöst (Das Publikums-Veto): Das ist der entscheidende Wendepunkt. Nach dem Austausch schaltet die Dynamik um: Alle Beteiligten – Bühne und Publikum gemeinsam – werden in ein moderiertes Reallabor überführt. Das Publikum hat die finale Macht und entscheidet letztendlich, ob eine tragfähige Lösung zustande gekommen ist.
Warum wir das tun:
In den TV-Talkshows des deutschen Fernsehens dominieren geopolitische Krisen und der bundespolitische Schlagabtausch der Berliner Blase. Was die Menschen im Land in ihrem direkten Alltag beschäftigt, welche Bedürfnisse sie haben und wo die echten Problematiken liegen, kommt dort nur vereinzelt vor. Drängende soziale Themen wie der Bildungsnotstand an unseren Schulen, die Pflegemisere, bezahlbarer Wohnraum oder das Wegbrechen kommunaler Infrastruktur finden auf den großen Bühnen kaum noch statt.
Wenn Politiker:innen es im medialen Alltag oft nicht mehr schaffen, eine respektvolle und konstruktive Debattenkultur zu pflegen, dann bauen wir diese Räume eben selbst. „Gelöst oder Gequetscht“ ist ein demokratisches Training unter Realbedingungen. Es zeigt Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen: Wir sind den Verhältnissen nicht ohnmächtig ausgeliefert. Wenn wir festgefahrene Fronten spielerisch aufbrechen, verwandelt sich Polarisierung wieder in gemeinsame Handlungsfähigkeit.
Perspektivenreich. Fokussiert. Lösungsorientiert. Nicht irgendwann. Jetzt.